Wir hatten fristgerecht zur Jahreshauptversammlung am 22. Juli 2022 eingeladen. Pfr. Joseph begrüßte die Anwesenden und sagte, heute wollen wir einmal "indisch" begrüßen und legte jedem Teilnehmer einen Schal um. Danach begann er mit dem Tätigkeitsbericht des Vereins. Es folgte der Kassenbericht, die Entlastung des Vorstands sowie die Information über den aktuellen Stand der Patenkinder. Brigitte Wendinger zeigte Bilder der besuchten Projekte der letzten Indienreise vom Juni 2022. Am Ende bedankte sich Pfr. Joseph bei allen die da waren, besonders beim Vorstand, der ihn immer tatkräftig unterstützt.
Nach dem Treffen mit den Studenten warteten schon Familien auf uns, die vom ortsansässigen Pfarrer bestellt waren. Es sind besonders hilfsbedürftige, arme Familien, die noch einmal Essenspakete bekamen, die vom Missionskreis Dieburg und einer Spende von Merck finanziert wurden. Bischof Amalraj und ortsansässige Priester verteilten die Essenspakete. Es werden wohl einige Hundert Pakete sein, die in den nächsten Tagen verteilt werden.
Am ersten Sonntag unserer Indienreise begannen wir mit einem Gemeindegottesdienst in der Heimatgemeinde von Pfarrer Joseph. Die Gläubigen freuten sich sichtlich darüber, dass „IHR“ Pfarrer Josephraj den Gottesdienst hielt, die Leute warteten nach dem Gottesdienst auf ihn um mit ihm sprechen zu können. Nachdem wir jedes Mal wenn wir da waren in der Gemeinde Gottesdienst mitgefeiert haben, wurden wir dieses Mal besonders mit einem Schal begrüßt. Nach dem Gottesdienst besuchten wir das Grab von Pfr. Joseph.
Am Samstag, dem 11.06.2022 war in Ooty in der St Theresa Schule Erstkommunion. Bischof Amalraj segnete die Kinder. Die Kinder hatten nicht nur Erstkommunion sondern auch gleich Firmung.
Dieses Treffen war eines der Treffen, das unter die Haut geht und man dabei erst richtig schätzt wie wichtig es ist, gesund zu sein. Die Nonnen hatten die Behinderten eingeladen bzw. die Behinderten wußten dass wir kommen und wollten uns ein Programm bieten. Die Halle füllte sich langsam, es wurden einige Jugendliche „getragen“ gebracht, die selbst nicht mal aufrecht sitzen können, sie lagen auf einer Decke ganz vorne, es kamen „Gehbehinderte“ mit Krücken und Rollstühlen, Blinde aber auch von einer Krankheit gezeichnete. Man konnte aber dennoch den Lebensmut der Menschen spüren. So kam eine Frau mit zwei Krücken um Erwin den Schal als Begrüßung umzulegen. Dann startete das Programm. Ein Mann mit einem steifen Bein tanzte, im ersten Moment beim Tanzen merkte man nicht dass er immer nur auf diesem einen Bein tanzt. Ein anderer Mann sang und tanzte „auf dem Po“ er konnte nicht stehen. Eine Frau im weißen Sari, eine sehr hübsche Frau saß auf einem Stuhl und sang, man sah erst später, dass auch sie nicht auf den Füßen stehen kann, sie kamen auf dem „Po“ rutschend auf uns zu. Es war wirklich beeindruckend, ein schlucken um nicht in Tränen auszubrechen war wirklich nicht ganz einfach. Am Ende durften die Behinderten noch sagen was ihnen besonders gefallen hat. Eine Frau brach in Tränen aus und erzählte, dass ihr Mann gestorben sei und sie jetzt allein ist. Die Frau mit den beiden Krücken hat sich gefreut, dass sie mit uns dabei sein durfte. Die Sänger bedankten sich, dass sie uns mit ihrem Gesang erfreuen durften. Als wir nach draußen gingen sahen wir spezielle Räder auf denen sich die Gehbehinderten fortbewegen können. Es sind Dreiräder die mit der Hand bewegt werden. Vielleicht schaffen wir es und können diese Behinderten mit solchen Rädern unterstützen, es wäre sehr hilfreich. Am Ende blieb uns nur Gott zu danken, dass wir gesund sind und dadurch solchen Menschen helfen können.
Wir trafen uns um 6.30 Uhr am Flughafen um uns Bundesland Andrha Pradesh zu fliegen. Wir wollten die Canossa-Schwestern besuchen. Sie haben in Veerghattam ein Krankenhaus, das renovierungsbedürftig ist. Wir haben den Schwestern Geld überwiesen, damit das Dach „gedeckt“ sowie das Gebäude neu gestrichen werden kann. Bei heftigem Regen regnet es in die Zimmer. Nach unserem Flug nach Veesakhapatnam hier hatte es gefühlte 45 Grad, waren wir im Kloster etwas Essen und uns frisch zu machen, danach fuhren wir mit dem Auto ca. 180 km ca. 6 Stunden bis wir beim Kloster des Krankenhauses ankamen, es war in der Zwischenzeit ca. 20.30 Uhr. Die Schwestern haben uns herzlich mit einem Lied „Welcome you“ begrüßt. Es gab Abendessen, jeder sein Zimmer und wir „fielen“ müde in das warme Bett, ein Glück dass es Ventilatoren gibt. Am nächsten Tag besichtigten wir das Krankenhaus die Krankenzimmer, aber auch die Apotheke, den OP, Untersuchungszimmer und natürlich die Baustelle am Dach. Hier gibt es kein Gerüst, die Männer stehen mit einem Bein über der Balustrade und streichen das Metallgerüst, auf dem dann das Blechdach montiert wird. Die Männer können nur früh am Morgen und am späten Abend arbeiten da es sonst zu heiß ist auf dem Dach, deshalb dauert die Baustelle etwas länger, aber die gute Hälfte des Dachgerüsts ist in der Zwischenzeit gestrichen. Die Ärztin Sr. Dr. Blanche die die Führung durch das Krankenhaus mit uns gemacht hatte, wollte dann noch wissen dass es uns gut geht und hat uns allen Blutdruck gemessen, alle sind fit, und wir können unser Programm noch fortsetzen. Es ist ein Treffen mit Behinderten geplant die von den Schestern betreut werden.
Morgens um 6.00 Uhr startete unsere Tour in die Berge nach Gundri. Father Solomon holte uns ab und wir fuhren ca. 6 Stunden bis wir da waren. Die Landschaft nach Gundri ist immer ein Erlebnis, wir haben in diesem Jahr zwar keine Elefanten und keine Pfauen gesehen, aber die Berge, die Bäume die Menschen die unterwegs sind, es sind einfach unvergessliche Eindrücke. Die Kinder warteten schon auf uns, sie sangen und tanzten für uns. Im Anschluß daran, trafen wir uns im Garten für ein Gruppenfoto. Die meisten Kinder wollten uns die Hand schütteln, sie haben sich gefreut dass wir gekommen sind. Viele wollten dann noch zusätzlich ein Foto mit uns. Als dann die Schulglocke bimmelte, war für uns etwas ganz neues zu sehen. Die Kinder stellten sich mit ihren Tellern auf – eine Reihe Mädchen, eine Reihe Buben – und dann wurde das Essen verteilt. Jeder suchte sich einen Platz im Schatten zum Essen. Es war schön zu sehen, es gab kein Gedränge, alles ging sehr ruhig und gesittet zu. Am Ende waren die Riesentöpfe leer, und die Kinder wurden satt. Es war für uns neu, dies zu sehen. Wir gingen zum Mittagessen ins nahe gelegene Kloster. Wir bedankten uns bei den Nonnen für das gute Essen. Danach fuhren wir teils bei heftigem Regen zurück, dieses mal nicht nach Ooty, sondern nach Coimbatore wo wir kurz vor 20.00 Uhr ankamen. Unsere Weiterreise begann am nächsten Tag um 6.30 Uhr am Flughafen Richtung Veesakhapatnam.
Wir haben uns sehr gefreut, ehemalige Patenkinder zu treffen die sich für eine Ausbildung zur Krankenschwester entschieden haben. So konnten wir z B. mit Angel, Cecilia und Amelie sprechen die wir viele Jahre als Patenkinder unterstützt haben. Wir haben sie sofort erkannt und sie kamen auch sofort auf uns zu um zu erzählen. Besonders hervorheben möchte ich die Geschichte von Amelie, als ich 2015 das erste Mal in Indien war, kam Amelie auf mich zu und bat um ein gemeinsames Foto, damals erzählte sie mir schon, dass sie einmal Krankenschwester werden möchte. Um so mehr habe ich mich gefreut, ihr das Geld für ein weiteres Jahr der Krankenschwesternausbildung mit überreichen durfte. Sie war glücklich, dass ich mich daran erinnern konnte und es ihr erzählt habe. Wir haben auch den „ehemaligen“ Pateneltern der Kinder ein Foto geschickt, damit sie sehen können was aus „IHREN“ Kindern geworden ist. Dieses Treffen war ein Highlight bei unserer Indienreise.
Besonders haben wir uns über die Fertigstellung der Küche im Waisenhaus Kotagiri gefreut. Dieses Projekt war anfangs etwas schwierig, da sich die Finanzierung durch die Zahlungsumstellung der Regierung sehr in die Länge gezogen hat. Aber letztendlich die die Küche wunderschön geworden und es ist eine Freude in der Küche zu arbeiten. Geduld zahlt sich doch immer wieder aus. Danke an Sr. Sarika, die sich sehr darum bemüht hat, dass alles gelingt.
In diesem Jahr fand das erste Treffen mit den Verantwortlichen von USSS (Udhagamandalm Social Society Service) statt. Diese Organisation hat die Verwaltung der Gelder an die Diözese übernommen. Die Regierung hat vielen beim „Geldfluß“ aus dem Ausland verändert, so muss in Zukunft das Geld an eine offizielle Stelle der Diözese überwiesen werden. Für uns ändert sich dabei nichts, nur die Überweisungen gehen an ein anderes Konto. Die Kinder bekommen nach wie vor ihre Unterstützung und das Geld auf das Sparbuch. Pfr. Solomon und Mrs. Supraba, haben uns mit einer Begrüßungszeremonie überrascht. Im Anschluß daran haben wir über die Abläufe gesprochen war wichtig ist, welche Informationen wir brauchen aber auch, was sie von uns benötigen. Wir haben die Unterlagen geprüft. Alles war in Ordnung. Danke an alle für die gute Arbeit.